Planänderung!?!

 

Voller Vorfreude auf Kasachstan und Usbekistan reisen wir am frühen Morgen über einen kleinen Grenzübergang aus der Ukraine aus und nach Russland ein.

Als Erstes muss man an der russischen Grenze eine Migrationskarte ausfüllen, dann kommt die Passkontrolle und schon war der Einreisestempel im Pass.

Nur noch die Zollkontrolle….

Dort hat sich dann nach langem Warten, Anstehen, Formulare ausfüllen, Warten und deutsch/englisch/russischen Diskussionen herausgestellt, dass Touristen seit Ende 2011 nur mit einem Fahrzeug unter 5 Tonnen einreisen dürfen.

Unsre „KATze“ liegt leider deutlich über dem Gewicht.

Alle Bemühungen, die Beamten davon zu überzeugen, uns doch einreisen zu lassen, wurden zerschlagen.

Also wurden wir leider höchstpersönlich von dem „Offizier of the border“ mit den Worten „Sorry, you must go back to Germany“, aus dem Lande verwiesen.

In Nullkommanichts hatten wir unseren Ausreisestempel im Pass.

Wir haben in unseren Recherchen nie etwas davon gelesen, auch die russischen Botschaften, bei denen wir alle Papiere einreichen mussten, haben uns auf dieses wichtige Detail nicht aufmerksam gemacht.

Naja, immer hin waren wir mal in Russland für ganze 6 Stunden.

Dafür hat uns die ukrainische Seite umso freundlicher (aber auch sehr verdutzt) wieder empfangen. Man spürte, dass sie uns gerne irgendwie weiter geholfen hätten…………

 

Jetzt bin ich mal dran

Nicht dass Ihr mich falsch versteht: Ich liebe es auf Achse zu sein! Alleine schon die vielen Männer, die ich unterwegs treffe und denen ich den Kopf verdrehen kann. Nein nein, ich bin kein leichtes Mädchen, ich liebe es einfach begehrt zu werden und herum zu zicken, doch darum soll es jetzt gar nicht gehen. Es geht darum, dass ich immer zu Hause hocken muss, wenn die anderen sich vergnügen und „Sideview“ machen gehen…. „Die anderen“- damit meine ich mein Herrchen und seine neue Freundin- naja so neu ist sie eigentlich nicht mehr. Früher durfte ich überall mit, doch seit mein Herrchen mit diesem Mädchen rum macht, hat sich so einiges geändert- nicht einmal mehr auf’s Sofa darf ich zum Knuddeln. Dabei hab ich den süsesten Blick drauf. Dem ist jeder unterlegen, zwischen Hamburg und Mauretanien habe ich sie alle bezwungen: Da waren die Katzenliebhaber, die glaubten mit mir könnten sie nichts anfangen. Oder die Hundehasser, die mich lieben gelernt haben- ja sie streicheln mich inzwischen sogar. OK, abschlecken darf ich sie immer noch nicht, aber ich versuchs trotzdem immer wieder, denn ich glaube im Grunde mögen sie meine Liebesbekundungen, nur da sind sie viel zu harte Brocken um dass zu geben zu können. Ist ja auch egal, denn mit meinem Blick kann ich Herzen erweichen. Und dieses Mädchen bekomme ich auch noch hin! Da ist z.B. die Sache mit den Sitzplätzen bei uns im Führerstand: Früher war es dort etwas enger und mein Platz war, ganz klar, direkt neben meinem Herrchen auf dem Beifahrerplatz. Jetzt haben wir eine Sitzbank und das Mädchen wollte doch glatt, dass ich immer auf dem Boden liege. Hey Leute, so etwas geht doch mal gar nicht! Ich liebe mein Herrchen und dann soll ich am anderen Ende auf dem Boden liegen- neeeeeeee. Gut, ich hab so etwa 2000 km gebraucht, aber egal, mein Blick hat auch sie bezwungen und nun liege ich auch auf der Sitzbank. Sie darf zwar noch direkt neben meinem Herrchen sitzen und gekrault werd ich von Ihr auch noch nicht so oft…. Ach ja von meinem Herrchen gekraut zu werden ist eh das Größte! Ich glaube so etwa muss es sich anfühlen, wenn man mit Schmetterlingen im Bauch Achterbahn fährt.

Die Streuner hier in der Ukraine tuen mir schon etwas leid, denn so ein tolles Gefühl werden sie wohl nie erleben. Ein bisschen doof sind die hier eh. Heute haben wir hier direkt am schwaren Meer, auf einer Anhöhe, halt gemacht und unser Lager aufgeschlagen. Auf dem Nachbarhügel liegen zwei so drollige Streuner herum. Der eine war ein bisschen arg klein, doch der andere war schon ganz interessant. Was soll ich sagen, kaum 10 Sprünge von uns entfernt und kommen doch par tou nicht zu uns rüber. Die sind hier einfach noch nicht so auf Tourismus eingestellt- pech für sie. Ach und am Sandstrand durfte ich auch wieder mal nicht mit, dabei liebe ich Sand doch direkt nach weißem Neuschnee ganz arg. Es ist schon doof, dass ich inzwischen blind bin, mein Herrchen hat da schon recht, wenn er mich nicht mit nimmt. Neulich bin ich doch Kopfüber aus unserem neuen Haus heraus gefallen und dass sind mal gut 1,7 Meter Höhe. Mensch ging mir da die Pumpe, hatte ich doch total vergessen, dass ich da nicht mehr einfach so heraus kann. Ja, so ist dass wenn man blind ist. Mann muss wirklich an alles denken: Wo steht mein Fressnapf, wo steht mein Wassernapf, wo steht mein Körpchen zum Schlafen….. Naja, wenn ich’s gerade mal nicht finde lege ich mich auch gerne einfach irgendwo in den Weg. Und da liege ich gerne! Draußen, da sind es gerade 0,5 °, bei uns hier drinnen 23° und dass Beste: Bei mir auf meinem Holzboden bestimmt 25°C. Ach ich liebe mein Herrchen und diesen kuschelig warmen Boden. Die Fußbodenheizung hat er bestimmt nur für mich eingebaut. Ihr wisst ja, mit meinem Blick bekomme ich jeden herum!Irgendwie bin ich jetzt ganz kuschlig müde, dabei wollte ich noch sooo viel erzählen. Jetzt wo ich Rentnerin bin, komme ich einfach zu nichts mehr…. gääähn. Freue mich schon von Euch wieder gekraut zu werden. Ihr wisst ja, auf dem Sofa von 4 Händen gekrault zu werden liebe ich am meisten, auch wie ich dass vermisse…………..

Eure Momo

PS: Cool, inzwischen werd ich auch totaaaallll viieeeeeel von dem Mädchen geknuddelt- jetzt darf sie bei uns bleiben- wuff

Der Tag am Meer

 

Bilder zum Träumen:

Der Beach am Schwarzen Meer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mein Schatz

 

 

 

 

 

Die Odyssee in Odessa

Die Oper von Odessa

Ab dem 5.11 sollte unser 5-tägiges Transitvisum für Russland laufen. Dank den schlechten ukrainischen Strassenverhältnisse, die wir unterschätzten und durch die Besorgung eines neuen Ölfilters, haben wir es leider zum besagtem Datum nicht geschafft.

Also war unser Plan in der nächst größeren Stadt mit russischen Konsulat, in unserem Fall Odessa, ein neues Visum zu beantragen.

Es begann die Odyssee in Odessa.

Montags war das Konsulat, nachdem wir es endlich mit dem Stadtplan (indem die Strassennamen kyrillischen geschrieben sind) gefunden hatten, geschlossen.

Dienstags waren die Wetterverhältnisse zu schlecht, um wieder mit dem Motorrad in die City zu fahren.

Mittwochs war das Konsulat offen und ein netter deutschsprechender Angestellte erklärte uns, dass wir ein E-Visa-Antrag, d.h. elektronisch übers Internet, stellen müssen. Also kauften wir uns eine SIM-Karte fürs Internet, die aber trotz ukrainischer/englischer Rücksprache mit dem Mobilfunkbetreiber einfach nicht funktionieren wollte.

Donnerstags in einer WI-FI-Zone in der City den Antrag ausgefüllt.

Freitags mal wieder zum Konsulat gefahren.Unser zuständiger Angestellte nahm den Antrag entgegen und meinte 240 US-Dollar, please!

Wir hatten keine US-Dollar und unsere Kreditkarte und tollen Euros wollte er einfach nicht haben.

Wir also los auf die Suche nach einer Bank. Wie es sich herausgestellt hat, ist es ziemlich schwierig in der Ukraine an US-Dollar zu kommen. Es musste dort in der Bank die Summe ukrainischer Währung abgehoben werden, die wir dann in US-Dollar tauschen konnten. Nachdem mein Personalausweis und Reisepass mit Einreisestempel kopiert wurde, bekamen wir endlich unsere 240 US-Dollar.

Zurück zum Konsulat – geschlossen- Mittagspause!!!

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Am Montag hielten wir nun endlich unseren Reisepass mit neu beantragtem Transitvisum für Russland in unseren Händen.

 

Odessa

Hotel in Odessa

PRYVIT!

Heute haben wir die Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer erreicht.

Wir stehen an einer Steilklippe und haben beim Sonnenuntergang über dem Meer bei angenehmen aber windigen 16 Grad gegrillt.

 

Vogelschwärme sind an uns vorbei gezogen und wir haben die großen Frachtschiffe auf dem Meer beobachten können.

Lemberg

Was uns bereits aufgefallen ist: Parken geschieht hier sehr einfach, Blinker raus und anhalten- fertig. Insbesondere LKW stehen bevorzugt an den Ein- und Ausfahrten der Städte am Straßenrand. Allerdings sehen wir immer wieder Unfälle und so parken wir unser Wüstenschiff dann doch lieber etwas abseits auf 4 PKW- Stellplätzen.

 

Mit Reiseführer und Wörterbuch machen wir uns auf den Weg. Laut unserem Reiseführer soll es eine der schönsten Städte in der Ukraine sein und in der Tat gibt es viele Kirchen, Denkmäler, Katehralen und sonstige imposante Bauwerke zu entdecken.

 

 

Lemberg

Nur igendwie will es nicht so recht        zusammen passen: Auf der einen Seite sehen wir den Prunk, egal ob es nun eine Kirche oder ein feudales Haus ist, daneben steht dann wieder ein Haus, dass bei uns wohl als einbruchgefährdet eingestuft werden würde. Architektonisch aufwendige Häuserfronten wechseln sich mit Plattenbauwerken….

Die Straßen vom Lemberg

Auf den Straßen schlängeln sich viel zu viele Autos, Busse, LKW’s und ab und an auch noch Eselskarren. Die Gehwege gleichen wohl, am ehesten, dem Treiben in einem Ameisenhaufen, Es ist schier unmöglich neben einander hier durch zu kommen.

Lemberg

 

 

Mit Vollgas durch die Ukraine

Die Zeit drängt, naja genau genommen ist es eher unser Russisches Transitvisum, denn am 5.11. müssen wir an der Grenze sein, damit wir genug Zeit haben durch Russland hindurch zu reisen. Vor uns liegen nun noch 1.200 km und es bleiben 3 Tage. Macht also 400 km pro Tag. Wenn ich da zurück denke, wenn ich früher, die scheinbar endlos geradeaus führenden Straßen durch Spanien, auf dem Weg nach Marokko, gefahren bin, so habe ich da locker 600 km am Tag geschafft. Also alles hab so schlimm, denken wir uns und steuern erst einmal Lemberg (L’viv) an.

 

Vollkommen vorwöhnt, von den polnischen Straßen, setzen wir unsere Fahrt auf Ukrainischem Boden fort.

You have a small car

Mit diesen Worten wurden wir bereits an der polnischen Grenze begrüßt. Als wir dann Stunden später, keine 100 Meter weiter, auf der Ukrainischen Seite ebenfalls zu hören bekamen: „Hello, you have a small car“, war ich mir nicht mehr so ganz sicher, wie wir hier gesehen werden…

You have a smale car

 

Doch der Reihe nach: Es ist nun also soweit: Wir sind dabei Europa zu verlassen und kommen, es ist ca. 13:00 Uhr, an der Grenze zur Ukraine an. Wie auch an der Schweizer Grenze fahre ich selbstbewusst auf der Bus- Spur bis zum Grenzpfosten vor und spekuliere mit meinem 18-Tonnen Expeditionstruck auf Exotenbonus und somit auf schnelle Abfertigung. Zunächst sieht alles auch danach aus, ein Grenzbeamter schaut sich meine Papiere an und erläutert mir, dass er mich gerne abfertigen möchte aber leider nur Wohnmobile bis 3,5 Tonnen abfertigen darf. Alles andere müsse sich in der LKW- Spur einreihen. Wir überschlagen kurz: Die Schlange bei den LKW’s war sicherlich einen Kilometer lang. Sich hier am Ende anzustellen würde uns sicherlich einige Stunden kosten und wie sich später noch heraus stellen soll, wohl eher Tage. Doch was sagte unser freundliche Grenzer: Wir müssten zu dem kleinen weißen Haus, unseren Truck wiegen lassen- na gut, dass muss doch hin zu bekommen sein und steuere quer Feld ein direkt darauf zu. Auch hier treffen wir wieder auf nette und hilfsbereite Zöllner(rinnen). Sie winkt uns kurzerhand ein und so stehen wir nun ganz vorne in der LKW- Schlange- na also, geht doch!

Und dass hin und her gerenne ging los: Ein LKW ohne Waren, ein Carnet, dass abgespempelt werden wollte, waren offensichtlich Aufgaben die nicht im Verfahrenshandbuch zu finden sind. Um es mal abzukürzen, von der Pool- Position am polnischen Zoll, bis dann der Schlagbaum auf der Ukrainischen Seite für uns endgültig hoch ging, vergingen noch 6 lange Stunden und so rollten wir gegen 19:00 Uhr auf Ukrainischem Asphalt weiter gen Osten.

 

 

Wir müssen verrückt sein!

In Dresden wurde ich im Turbomodus durchgeleitet. Elisabeth war hier schon vor Jahren einmal gewesen und so der Meinung alles gesehen zu haben. Die Tour durch die City erinnerte mich ein wenig daran, wenn im Sommer die Japaner Heidelberg besuchen: Den Finger konstant am Auslöser der Kamera, ein Auge am Sucher und das Zweite vorbei schielend und Ausschau haltend, nach dem Guide, um nicht zu verpassen um welche Ecke er gleich weitereilt.

 

 

Am Abend verziehen sich die Wolken und geben einen freien Blick auf den tief blauen Abendhimmel. Es ist Vollmond, wir stehen auf einem gepflasterten Platz,

wir lauschen den Klängen eines Pianisten und lassen uns mit dem Anblick der Frauenkirche ins Land der Träume tragen…..

 

 

Doch die Temperaturen, inzwischen bereits unter 0°C sorgen dafür, dass wir nicht all zu lange Träumen. In der Nacht wird es dann noch weiter auf -4°C fallen. Noch immer in Deutschland, die Außentanks (Wasser) sind hier bereits eingefroren- wie soll dass weiter gehen, wenn wir erst in Kasachstan angekommen sind? Wir müssen verrückt sein, zu dieser Zeit dort hin zu fahren……..

Der erste Frost

Grüße aus Dresden

Haben uns unplanmäßig noch Dresden bei Abenddämmerung angesehen…

Frauenkirche

Zwinger